„Aquarellbatik“

Die Verbindung der Aquarellmalerei mit der Batiktechnik hat einen ganz besonderen Reiz. Hierbei werden zunächst Linien oder auch Flächen mit Wachskreide auf das Aquarellpapier aufgetragen und anschließend mit Aquarellfarbe übermalt.

So wie beim Batikverfahren bleiben die Strukturen aus Wachs beim Übermalen sichtbar und verdrängen die Farbe. Bei Verwendung  von farblosem Wachs entsteht strahlendes „Weiß“ beim Übermalen, ein Effekt, der dem Aquarell besondere Leuchtkraft verleiht.

Das Überraschungsmoment habe ich beim Umsetzen der „Aquarellbatik“ bewußt eingeplant, da ich die durchsichtigen Linien mehr oder weniger „blind“ und zügig gesetzt habe. So ist das Motiv weitgehend festgelegt, da wenig Möglichkeit besteht, die Wachslinien zu korrigieren. Die Herausforderung besteht somit darin, mutig mit den Farben umzugehen.

Für die ersten Motive in der Technik habe ich mich für Blumenstillleben entschieden. Die Farben der Bilder ließen sich während des Malens mehrfach verändern. Mit einem Spachtel konnte ich die feuchte Farbe verziehen und verschieben. Durch diese Technik entstehen sanfte Farbübergänge und immer neue Farbvarianten.  Im Kontrast dazu stehen die klaren weißen Linien und die farbintensiven kleinen „Inseln“.

Meine Vorliebe für kontrastreiche Akzente, die ich sonst gerne mit Tusche oder dunkler Kreide setze, konnte ich diesmal mit leuchtenden weißen Linien verwirklichen.

Mein nächstes Thema –  Umsetzung von südlichen Stadtansichten – gelang mit der Aquarellbatik ganz entspannt. Danach entstanden auch die  freien  Portraits fast mühelos. 

Diese Art Aquarell zu malen – spontan, kreativ und unvorhersehbar – bietet eine hervorragende Möglichkeit, sich vom Motiv zu lösen und führt zu überraschenden Ergebnissen mit besonderer Energie.